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Eigentlich hatte ich Urlaub... aber dann kam die Flut

4. August 2021

Es gibt wahrscheinlich niemanden mehr, der nicht mitbekommen hat, welches Leid die Flut über das Ahrtal, Swisttal, Euskirchen und andere Städte und Gemeinden gebracht hat.
 Die Katastrophe spielte sich nicht allzu weit von meiner Haustür ab. Ich war selbst viele Jahre ehrenamtlich bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst tätig. Da gab es für mich nur eine Entscheidung: runter vom Sofa, rein in die Arbeitsklamotten und los ging es.

Der erste Hilfeeinsatz ergab sich auch gleich bei einem Freund. Seine Mutter lebt in dem kleinen Ort Kreuzweingarten (Euskirchen), unweit der Steinbachtalsperre, welche eine traurige Berühmtheit erreicht hat und uns alle tagelang in Atem gehalten hat.

Sofort mit an Bord kam ein weiterer Freund, LKW-Fahrer im Tiefbau. Eine glückliche Fügung, da er von seinem Chef einen LKW mit einer 10 Kubikmeter Abrollmulde kostenlos zu Verfügung gestellt bekam.

Immer mit der Ungewissheit im Nacken, ob die Talsperre hält oder nicht, versuchten wir zu retten, was zu retten ist...

Mittlerweile sind mehrere Wochen ins Land gezogen, in denen wir mehrere Häuser geräumt, von Schlamm entleert sowie entkernt haben. Wir haben Lebensmittel, Benzin, Kleidung und was weiß ich nicht alles, das von großartigen Menschen gesammelt und gespendet wurde, in das Krisengebiet transportiert. Wir haben mit dem LKW an einem Wochenende 240 Tonnen Müll aus Ahrweiler abtransportiert. Es kam einem vor wie der berühmte Kampf gegen die Windmühlen, da der Berg einfach nicht kleiner werden wollte. Wir haben viele fantastische Menschen aus allen Teilen des Landes kennengelernt, Arbeitstrupps syrischer Flüchtlinge (Ein Zitat: "Wir müssen helfen! Wir wissen, wie es ist, wenn man alles verliert!"), Helfer aus den Niederlanden, Belgien und mehr.

Wir haben Hoffnung und Zuversicht gebracht, aber auch Leid geteilt. So z.B. als drei Häuser weiter in einem Berg aus Schwemmgut, Möbeln, Geröll und Schlick die Leiche eines dreijährigen Jungen gefunden wurde.

Auch wenn der Urlaub wieder vorbei ist, so fahren mein Freund ich trotzdem weiterhin in die Flutgebiete, um den Menschen weiter zu helfen, denn es gibt noch sehr viel zu tun!

Bilder der Flutkatastrophe

    Besonders beschäftigt mich jedoch derzeit das Schicksal einer kleinen Familie aus Kreuzweingarten, die, bis zum letzten Wochenende, noch fast gar keine Hilfe erfahren hatte. Es handelt sich um Sophie, eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren. Sie hatte sich erst kürzlich von ihrem Ehemann getrennt und mit ihrem 74-jährigen Vater ein kleines Haus in Kreuzweingarten finanziert. Zwei Tage vor den Fluten erreichte der Umzugswagen das neue Heim. Als das Wasser kam, waren fast alle Umzugskartons noch im Erdgeschoß und einem Schuppen. Diese wurden vom Hochwasser fortgespült. Erdgeschoß und Keller sind nur noch ein Trümmerfeld. Da in der neuen Bleibe noch keine Hausratversicherung abgeschlossen war, wird die Versicherung hier nicht eintreten. Und auch bei den restlichen Schäden macht der Versicherer Probleme. Es sollen nur Schäden übernommen werden, die von der Familie neu eingebaut wurden. Somit fast nur die neue Einbauküche, aber kein Estrich, keine Fliesen, kein Putz. Unklar ist immer noch, ob die Schäden an der Heizung und Elektrik übernommen werden.

    Als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern steht Sophie derzeit vor dem Aus.

    In einer Hauruck-Aktion haben wir am Wochenende zumindest das Erdgeschoß komplett entkernt in Zusammenarbeit mit dem Trupp einer Fensterbaufirma aus Düren, die ebenfalls als freiwillige Helfer vor Ort waren. So werden zumindest erst einmal Folgeschäden durch Schimmelbildung vermieden und das Haus kann mit Bautrocknern wieder bewohnbar gemacht werden.

    Es war uns klar, dass diese kleine Familie einen solchen Schicksalsschlag nicht von allein bewältigen kann und sie sehr dringend Hilfe braucht.
    Also habe ich am Samstag zwei Spendenkonten eingerichtet und diese Aktion über Facebook bekannt gemacht. Zusätzlich organisieren mein Freund ich noch so Dinge wie die Entsorgung des Bauschuttes, Beschaffung von Bautrocknern und vieles mehr, um der Frau unter die Arme zu greifen, da sie ziemlich allein dasteht.

    Ich würde mich riesig freuen, wenn jemand von euch ein paar Euro entbehren und die Spendenaktion unterstützen könnte. Aber auch gerne einfach nur in den sozialen Netzen teilen, um eine größere Reichweite zu bekommen.

    Ich weiß, ihr habt alle ein großes Herz für Menschen in Not :)

    Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, könnt ihr mich gerne jederzeit ansprechen.

    gofundme: https://www.gofundme.com/f/sophie-30-und-kids-2-und-5-brauchen-hilfe?utm_source=customer&utm_medium=copy_link&utm_campaign=p_cf%20share-flow-1&fbclid=IwAR04LyGkWUlhdFyyhL3rNsfTaB-OHC9ZXsTUHW6dz3M4jMUZma-q2RynWuM

    Paypal: https://www.paypal.com/pools/c/8BEWAYL8yU?fbclid=IwAR35E2ksaGSbDRbbHLJRbBE1dJO144XsAQVkIyDtl-xpFc_ccHm8IOL9mZ0

    Vielen Dank!

    Liebe Grüße,
    Carsten Mika

    Unsere Autorinnen und Autoren haben sehr unterschiedliche Berufe und kommen aus verschiedenen Bereichen und Standorten von Sycor. Alle schreiben aus ihrer persönlichen Sicht und von ihren persönlichen Erfahrungen.

    Carsten Mika

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