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Bis ans andere Ende der Welt

5. April 2016

Wie viele andere auch, träumte ich schon lange davon nach Neuseeland zu reisen. Am 05. Dezember war es dann soweit. Aufbruch zu meiner 28-stündigen Reise nach Neuseeland, wo ich dank der Zeitverschiebung am 07. Dezember in Auckland ankam. Trotz der langen Anreise fühlte ich mich kaum erschöpft. Vermutlich zu viel Adrenalin, schließlich begann damit ein jahrelanger Traum real zu werden!

Nach kurzem Auffrischen im Hotel bin ich gleich los in die Stadt, um mich möglichst schnell mit dem Leben hier vertraut zu machen. Mit Auckland startete also mein großes Abenteuer Neuseeland. Dabei muss ich zugeben, dass ich Auckland zum Großteil recht hässlich finde und wenig repräsentativ für dieses wunderschöne Land. Nun gut, hier war ich auch nur die ersten zwei Tage als Orientierung und zum Reinschnuppern in die Kiwi-Kultur. Die Leute sind erfreulicherweise trotz städtischen Trubel ziemlich lässig und entspannt. Faszinierend fand ich stets die kurzen Hosen und offenen Schuhe bei teilweise nur 15 Grad. Okay, es war dort gerade Sommer. Dennoch habe ich bei Wind gefroren und das obwohl ich kurz zuvor aus dem winterlichen Bayern hier ankam.

In Auckland konnte man bereits deutlich erkennen, dass die gesamte Inselkette auf einer Reibungszone von Kontinentalplatten mit einer Vielzahl an Vulkanen und geothermalen Besonderheiten liegt, was sich im gesamten Verlauf der Reise regelmäßig zeigen sollte.

Nach meinem Einstieg in Auckland begann nun meine fast 4-wöchige Entdeckungsreise durch Neuseeland. Und womit könnte man besser flexibel und frei Schnauze ein ganzes Land erkundigen als mit einem Camper?

Mein Weg führte mich zunächst an der Ostküste entlang in Richtung Norden. Den ersten Tagesstop legte ich in einer Region namens „Bay of Islands“ ein, die aufgrund der vielen kleinen naturbelassenen Inseln sehr beliebt bei allen Naturfreunden und Bootfahrern ist. Das klare und farbenprächtige Wasser sowie die kräftigen Farben der Natur zeigten mir ein erstes Mal weshalb Neuseeland so viele begeistert. Und auch etwas wärmer ist es Dank der Sonne geworden. Mit 25 Grad Celsius konnte dann auch ich auf Sommer umstellen.

Von der Bay aus steuerte ich direkt den nördlichsten Punkt von Neuseeland an, wo das Meer zu Australien hin und der große Pazifik aufeinandertreffen. Das Aufeinandertreffen ist an guten Tagen sogar zu beobachten gewesen und ein weiterer Grund weshalb es sich um eines der populärsten Fotomotive hier handelt.

on der Nordspitze aus ging es dann westlich in Richtung Süden, parallel zum „Ninety Mile Beach“, welcher tatsächlich offiziell zum Fernstraßennetz hinzugezählt wird und mit dem Auto befahrbar ist! Allerdings wird auf die Gefahren hingewiesen und er ist auch nur für Fahrzeuge mit Allrad empfohlen. Sogar Kleinflugzeuge landen hier gelegentlich. Weiter entlang des Strandes war einmal etwas Action angesagt und zwar an den großen Sanddünen. Diese sind so hoch, dass man sie mit einen Sandboard hinunter „surfen“ kann. Ein wahnsinniger Spaß … wenn da nicht immer der anstrengende Aufstieg zur Dünenspitze wäre. Kein Lift nach oben wie beim Skifahren. :(

Auf meinem weiteren Weg südwärts kam ich an den geschützten Kauri-Wäldern vorbei, welche einige der ältesten und mit Abstand dicksten Bäume der Welt beheimaten. Mit tollen Wanderwegen, auch für mehrtätige Wanderungen gedacht, biete das riesige Naturschutzgebiet einiges für eine erste Begegnung mit der ursprünglichen Pflanzenwelt von Neuseeland. Im weiteren Verlauf wieder vorbei an Auckland lag mein Ziel auf der Halbinsel Coromandel. Hier fand ich zum ersten Mal richtiges Südsee-Feeling. Total weiße Sandstrände mit kristallklarem türkisen Wasser, so wie man es besser nicht malen könnte. Das eigentliche Highlight lag jedoch etwas südlicher und kommt erst mit der Ebbe zum Vorschein. Ein kleiner Strandabschnitt genannt „Hot Water Beach“ liegt direkt über einer aktiven geothermalen Stelle, die bis nah an die Oberfläche reicht. Hier bewaffnete sich jeder mit einer Schaufel, um ein Loch in den Sandstrand zu graben. Das darin gesammelte Wasser aus dem angrenzenden Meer erwärmt sich durch die Erdwärme sehr schnell, so dass es in Kürze statt 20 bis zu 40 Grad Celsius heiß wurde.

Die „Hot Pools“ sind der Beginn einer geothermisch hochaktiven Region auf der Nordinsel. Mehr Auswirkungen davon gab es für mich in Rotorua zu bestaunen. Die Region, wo die Maori-Kultur immer noch sehr tief verwurzelt ist und zudem einen ehemaligen bedeutenden Kurort darstellt, ist Schauplatz für einen riesigen Geysir. Wenig weiter liegt „Craters of Moon“ eine Gegend wo der Boden so heiß ist, dass die Gummisohlen der Schuhe schmelzen, weshalb eine Besichtigung nur auf höhergelegten Wanderpfaden möglich war.

Da ich nun schon über eine Woche unterwegs war und meine vorab gebuchte Fähre zur Überfahrt auf die Südinsel bevorstand, machte ich mich schnellstmöglich auf den Weg nach Wellington. Ich wäre liebend gern noch länger auf der Nordinsel umhergefahren aber 4 Wochen reichen dann doch nicht aus, um ein Land ausgiebig zu bereisen. Meine Wartezeit in Wellington nutze ich zum Besuch des dortigen Kultur- und Naturkundemuseums. Hier wurden sehr anschaulich die Auswirkungen durch den Eingriff des Menschen auf die Natur gezeigt und wie sehr sich inzwischen Bevölkerung und Regierung um die Erhaltung dieser einmaligen Pflanzen- und Tierwelt Neuseelands bemühen.

In der dortigen Kiwi-Ausstellung wurde gezeigt wie man Kiwi zubereitet. :)

Früh morgens am nächsten Tag ging es dann mit meinem Camper auf die Fähre. Die Überfahrt von etwa 3 Stunden bei schönsten Sonnenschein aber viel Wind, hatte nochmal viele traumhafte Landschaften in den Sounds (=Fjorde) zu bieten. Auf der Südinsel angekommen, machte ich mich umgehend auf den Weg zum berühmten „Abel Tasman Nationalpark“. Das riesige Gebiet gehört zu den meistgeschätzten Ausflugszielen in Neuseeland. Wie ich selbst erlebt habe, ist das ein Paradies für Outdoorliebhaber und Wanderer. Manche mehrtätige Wanderrouten, auf denen man in der Wildnis übernachten kann, sind limitiert und bereits 1 Jahr im Voraus ausgebucht. Da ist es einfacher auf dem Oktoberfest ein Tisch zu reservieren … das will was heißen!
Auch wenn nur für wenige Tage reinschnuppern Zeit war, so bin ich mir sicher, dass ich hierher für einen längeren Aufenthalt zurückkehre.

Mit den Eindrücken folgte ich der Küstenstraße an der Westküste in Richtung Süden. Als nächstes unerwartetes Highlight meiner Reise kamen tags darauf die Pancake Rocks. Diese  sehen tatsächlich wie aufeinanderliegende Pfannkuchen aus Stein aus - alles Natur pur, ohne menschliche Nachhilfe.

Von dort aus nur eine halbe Tagesreise weiter, kam nun eine auf der Welt einmalige Region. Hier treffen  tropischer Regenwald und die Gletscher der Neuseeländischen Alpen in nur wenigen hundert Metern Entfernung aufeinander.. Der „Franz Josef Glacier“ und „Fox Glacier“ sind sogar die einzigen Gletscher weltweit die derzeit wachsen!

Beide Gletscher sind für Besucher zugänglich. Ich hatte geplant einen davon mit dem Helikopter zu erkunden – inklusive  Landung und Gletscherwanderung. Leider war am ersten Tag der Gletscher vollständig in Wolken gehüllt und am zweiten Tag trotz wolkenlosen Himmels ein Flug unmöglich. Die Pilotin erzählte uns ungeduldig wartenden Gästen, dass erst wenige Wochen vorher bei sehr ähnlichen Wetterverhältnissen ein Heli zusammen mit fünf Touristen abgestürzt sei. Alle tot. Daher wurde leider aus diesem Abenteuer nichts. Schade, aber wie Paulchen Panther schon sagt: „Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder keine Frage“

Voller Vorfreude auf  weitere Naturerlebnisse startete ich meine Reise südwärts. Zunächst ging es wieder ins Landesinnere, wo ich bei der Durchquerung der Alpen auf eine kleine Oase am Fluss stieß. An dem Treffpunkt zweier Gletscherflüsse bewunderte ich mit einigen anderen durchreisenden Urlaubern das Farbenspiel eines Gebirgsflusses.

Erfrischt vom Schwimmen in dem kalten Wasser ging es nun weiter Richtung Queenstown. Queenstown, als größte Stadt im südlichen Teil der Insel, ist um die Weihnachtstage ein Mekka für Touristen aus Neuseeland und Australien. Entsprechend voll bzw. fast überfüllt war der kleine Ort, der vom Flair her mit einer kleinen Ortschaft am Gardasee zu vergleichen ist. Sommer, Sonne, See - einfach traumhaft bei hochsommerlichen Temperaturen und selbstgemachtem Eis eines italienischen Einwanderers. Da mir an Weihnachten die Stadt tagsüber dann doch zu voll war, bin ich auf den nächstgelegenen Berg geflohen. Von dort aus genoss ich eine der schönsten Aussichten, die ich in Neuseeland hatte.

Auf meiner letzten Etappe zum (fast) anderen Ende der Welt fuhr ich an der letzten Ortschaft „Te Anau“ vorbei bis dahin wo die Straße endet und es nur noch auf dem Wasser oder in der Luft weitergeht.

Von Neuseelands äußerstem Eck machte ich mich nun wieder langsam auf den Rückweg. Von hier an hatte ich leider nur noch ein paar verbleibende Tage in Neuseeland. Entlang der Süd- und Ostküste kam ich nochmal an einem wieder sehr außergewöhnlichen Ort vorbei. Die sogenannten „Moeraki Boulder“ sind fast kugelrunde, menschengroße Steine am Strand. Die fast runde Form der Steine ist natürlich entstanden, wobei Wissenschaftler heute noch nicht vollständig aufgeklärt haben, wie es dazu gekommen ist.. Umso faszinierender ist der Anblick dieser Steine gewesen.

Meine letzte große Etappe führte mich dann doch nochmal ins Landesinnere bis in die Alpen. Ziel war der höchste Berg Neuseelands, „Mount Cook“, der glücklicherweise vollständig wolkenfrei war. Normalerweise ist der Berg nur wenige Tage im Jahr ohne Wolken zu sehen, weshalb ich das spitzen Wetter nutze, um nochmal auf Wandertour in der Region zu gehen.

Dabei konnte ich wiederholt die faszinierende Natur bestaunen, die mich selbst nach 3 Wochen immer noch sprachlos machte.

Von diesem letzten Naturhighlight aus führte mich mein Weg zurück mit dem Ziel „Christchurch“ als größte Stadt auf der Südinsel. Hier habe ich meinen Camper, der mich die letzten Wochen zuverlässig an jedes Ziel brachte, abgeben, bevor es am Folgetag in Richtung Australien ging. Traurige Berühmtheit erlangte Christchurch durch das große Erdbeben im Jahr 2012, dessen Spuren in der Innenstadt auch noch deutlich sichtbar waren. Besser ausgedrückt: Es gibt die  Innenstadt eigentlich nicht mehr. Die beschädigten Gebäude wurden abgerissen oder die Ruinen stehen noch fast unverändert. An einigen Ecken könnte man gut einen Weltuntergangsfilm drehen.

Tags darauf begann die erste Etappe Richtung Heimat … wobei meine Heimat für Silvester und ein paar darauffolgende Tage  Sydney war. In Sydney war ich bereits vor 3 Jahren und seitdem bin ich begeistert von der Stadt, dem Flair und der Lebensweise dort. Dazu stand Silvester vor der Tür und ich wollte schon immer mal einer der ersten sein, der das neue Jahr feiert und dabei das riesige Feuerwerk im Hafen live erleben kann.

Nach ein paar Tagen Sonne, Strand und Meer im Großraum Sydney ging es nun endgültig wieder auf eine lange Reise zurück nach Bayern.

Das war nur ein kleiner Einblick in meine Erlebnisse, die ich immer noch gar nicht alle wiedergeben kann. So sehr hat mich das Land begeistert.
Neuseeland ist ein idealer Ort ob für Alleinreisende, als Pärchen, mit Freunden oder der Familie mit Kindern. Egal ob ihr euren Urlaub ruhig, kulturell, sportlich oder mit viel Action wollt, für  jeden ist hier etwas dabei.

Nutzt unbedingt die Chance dieses wundervolle Land zu bereisen!

    Unsere Autorinnen und Autoren haben sehr unterschiedliche Berufe und kommen aus verschiedenen Bereichen und Standorten von Sycor. Alle schreiben aus ihrer persönlichen Sicht und von ihren persönlichen Erfahrungen.

    Florian Schlee

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